Auch mein Garten ist nie fertig …

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In den Gärten von Schloss Ippenburg veranstaltet Viktoria von dem Bussche drei große Festivals im Jahr
© NEPKE/IPP

Ein Gespräch mit
Viktoria von dem Bussche

Am Rande der Norddeutschen Tiefebene, eingebettet in eine Wiesen- und Parklandschaft der Hunteniederung, liegt Schloss Ippenburg. Seit mehr als 600 Jahren ist es im Besitz der Familie von dem Bussche. Vor über 15 Jahren veranstaltete die Schlossherrin, Viktoria Freifrau von dem Bussche, das erste Gartenfestival Deutschlands. Seitdem öffnen sich jedes Jahr zu den Festivals die Tore des Anwesens für Besucher. Mit ihren außergewöhnlichen Gärten und Festivals beeinflusst Viktoria von dem Bussche bis heute die deutsche Gartenszene.

PAULINE hat die Termine 2015!

 

 

Frau von dem Bussche, wie kamen Sie auf die Idee, Gartenfestivals zu veranstalten?

Ich war begeistert von den englischen und niederländischen Festivals: Wunderschöne Schaugärten und Verkaufsstände mit Pflanzen, Samen und Blumenzwiebeln lockten Gartenliebhaber aus allen Himmelsrichtungen an. In Deutschland gab es das einfach nicht. Deshalb veranstaltete ich 1998 mein erstes eigenes Festival. Das war der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Mittlerweile haben sich die Ippenburger Festivals aber vom Geheimtipp zu einer festen Größe etabliert. Um das zu erreichen, brauchte es sehr viel Arbeit und Herzblut. 

Wo Sie schon so viel erreicht haben, gibt es noch Herausforderungen?

Jedes Festival ist eine Herausforderung und auf seine Art einzigartig. Ein bekannter Landschaftsarchitekt hat mir vor Kurzem ein sehr nettes Lob für meine Gärten und Festivals ausgesprochen. Darüber freue ich mich zwar, frage mich aber gleichzeitig, was ich im nächsten Jahr noch besser machen kann. Es ist wie bei einem Garten: Er ist nie fertig, sondern entwickelt sich erst über die Jahre zu seiner vollen Pracht. Als Gärtnerin bin ich mit den Zyklen der Jahreszeiten verbunden – wachsen, blühen und vergehen. In diesem Rhythmus lebe ich und möchte dabei immer mein Bestes geben. Mein Küchengarten ist ein gutes Beispiel dafür. Er ist für mich als Autodidaktin eine echte Herausforderung – und eine Erfüllung zugleich. Das Wachsen der Pflanzen, die Freude über die ersten Knospen und Blüten, schließlich das Heranreifen der Früchte zu erleben – daraus ergibt sich ein ganz eigenes Lebensgefühl.

Was machen Sie eigentlich im Winter?

Im Winter, wenn die Gartenarbeit getan und die Festivalsaison vorüber ist, finde ich Zeit zu lesen, zu reisen und mich von den verschiedensten Eindrücken inspirieren zu lassen. Ich habe schon wieder tausend Ideen im Kopf, die ich gerne verwirklichen würde. 

Packen Sie auch selbst richtig mit an, wühlen im Boden und setzen Pflanzen ein?

Ich bin jeden Tag in den Gärten und mache mir die Hände schmutzig – wenn man dabei überhaupt von Schmutz sprechen kann. Natürlich braucht es viele helfende Hände für ein so großes Areal. Angefangen habe ich aber allein, als die Kinder noch klein waren. Damals habe ich sehr viel ausprobiert – einiges ging schief, anderes gelang. So habe ich mir mit der Zeit mein Wissen angeeignet. 

Haben Sie sich schon immer für Gärten begeistert?

Nein, im Gegenteil. Ich hatte keine Lust und keine Ahnung. Als Mädchen war ich für Gartenarbeit gar nicht zu begeistern. Aber ich habe oft in den Gärten auf unserem Landgut in der Lüneburger Heide gespielt. Diese Erfahrung ruhte wie ein Samenkorn tief in meinem Innern. Erst als ich meinen Mann heiratete und ins Schloss Ippenburg zog, ging dieser Samen auf. 

Was haben Sie zuletzt in Ihren Gärten gemacht?

Ich habe die Begleitpflanzung des Rosariums 2000+ gepflanzt – gemeinsam mit Jacqueline van der Kloet und Ursula Gräfen, zwei bekannten Landschaftsarchitektinnen, die ich sehr schätze. Das Rosarium 2000+ ist eine Rosensammlung der Neuzeit. Ich wollte damit die schönsten Rosenzüchtungen seit 2001 an einem Ort vereinen. Jedem Jahrgang ist ein Beet gewidmet – und jedes Jahr kommt ein weiteres hinzu. Unsere Besucher sollen neue Facetten der Rose kennenlernen. Deshalb haben wir sie mit ungewöhnlichen Begleitpflanzen kombiniert und in moderne, schlichte Beete gepflanzt. 

Passt diese Schlichtheit überhaupt zu der Schönheit der Rosen? Viele kennen und lieben die Rosen schließlich in ganz anderen Zusammenhängen.

Ihre Schönheit kommt in einem schlichten Rahmen erst recht zur Geltung. Es ist wie in einer Ausstellung für moderne Kunst. Hier hängen nicht die Werke alter Meister. Aber die moderne Kunst greift sie auf, entwickelt sie weiter und erzeugt so beim Betrachter ganz neue Eindrücke. Außerdem bleibt eine Rose eine Rose. Sie wird immer die Königin unter den Blumen sein. 

Das klingt gut. Kann man nach Ippenburg kommen und sich das selbst anschauen?

Nur an den drei Festivalterminen öffnet Ippenburg seine Tore – sonst sind Schloss und Gärten rein privat. Ippenburg ist ja kein Museum und keine Gartenschau, sondern wird von unserer Familie seit vielen Generationen bewohnt und belebt. 

Viktoria von der Busche_1kl

Während der Gartenfestivals rund um Schloss Ippenburg sieht man Viktoria von dem Bussche häufig auf dem Fahrrad.
NEPKE/IPP

Was machen Sie während der Festivals? Sind Sie aktiv dabei?

Oh ja, das sind aufregende Tage. Meistens fahre ich mit dem Fahrrad über das Festivalgelände, um schnell von A nach B zu kommen. Perfekte Organisation ist mein oberstes Ziel. Allein für die Verteilung der Standplätze, nehme ich mir im Vorhinein sehr viel Zeit. Ich möchte, dass sich unsere Besucher wohlfühlen und jeder Stand zur Geltung kommt. 

Was erwartet die Festivalbesucher 2015 in Ippenburg?

Wir starten vom 30. April bis 03. Mai 2015 mit dem Frühlingsfestival in die Saison. 100 Aussteller laden an vier Tagen Stadtpflanzen und Land-Pomeranzen in die Ippenburger Gärten ein. Zeit für den Frühjahrsputz! Zeit für frische Farben, neue Gartenmöbel, Kübel, Grillgeräte, Schirme, Pavillons, Accessoires und Pflanzen für Balkon, Terrasse und Garten! Zeit für Anregungen, Inspirationen, Plangespräche und Lustkäufe!

Der Höhepunkt in unserem Gartenjahr ist das Sommerfestival vom 18. bis 21. Juni 2015. „Einmal Garten to go, bitte!“ heißt dann das Motto. In der Ausstellung im Hecken-Labyrinth und Küchengarten zeigen Künstler, Designer sowie Kunst- und Lustgärtner ihre Versionen vom „Garten to go“.

Zur Erntezeit laden wir am 19. und 20. September 2015 zum ländlichen Herbstfestival ein. Leidenschaftliche Genießer und Hobbyköche können den Grill- und Kochprofis in den Topf und auf den Grill schauen: Pflückfrisches Gemüse aus Deutschlands größtem Küchengarten, dazu Dry Aged Beef, frischer Fisch aus der Region, saftige Steaks vom Bunten Bentheimer Schwein und vieles mehr – alles in genussfertigen Probiergrößen zum Entdecken, Studieren, Philosophieren!
In Workshops können Besucher den Herbst auf dem Lande erleben. Sie können Marmeladen, Liköre und Chutneys bereiten und Herbstkränze binden, oder aber auf dem Genussmarktplatz ihren Korb füllen – denn hier gibt es alles, was gut schmeckt und schön aussieht. IPP

paulines_tipp
SAVE THE DATE 
30. April bis 03. Mai 2015 Frühlingsfestival 
18. bis 21. Juni 2015 Gartenfestival 
19. und 20. September 2015  Herbstfestival 
www.ippenburg.de

sponsered by www.ippenburg.de

 

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