B&B im Hühnerstall …

© Huize Druivelaar


… in Breda oder …
ganz besondere Ferien
in Holland! 

Ganz gleich, ob es
die Kurzurlauber aus
dem nahen Ruhrgebiet
sind oder reisefreudige
Bayern, die für ihr
Fernweh den langen
Weg in unser kleines,
plattes Nachbarland im Nordwesten auf sich
nehmen – nach einem
sehnen sie sich alle:

nach einer frischen
Nordseebrise, Strand
und Dünen inklusive …

 

 

 

Und so wälzen sich die Blechlawinen, kaum hat die Urlaubszeit begonnen, zielstrebig gen Küste, und lassen die Schönheit dessen, was das Land sonst noch so zu bieten hat, voller Ignoranz links liegen.

Das ist ein marginaler Fehler! Denn natürlich hat das Königreich der Niederlande sehr viel mehr zu bieten, als nur die beiden Provinzen an der Nordseeküste – Noord- und Zuid-Holland – auf die das Land fälschlicherweise auch im Sprachgebrauch meist reduziert wird.  

Unmittelbar an der deutsch- niederländischen Ferienstraße „Oranier-Route“ liegt zum Beispiel das Städtchen Breda, in der Provinz Noord-Brabant, genau zwischen Antwerpen und Rotterdam, die See ist also nicht mehr weit … 

Breda verfügt – ganz typisch für eine Kleinstadt in den Niederlanden – über einen pittoresken, historischen Stadtkern mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Museen, Restaurants und Cafés. Und es gibt viel Grün. Im Waldgebiet Mastbos befindet sich das Kasteel Bouvigne mit drei weitläufigen, öffentlich zugänglichen Parks – einem Englischen, einem Französischen und sogar einem Deutschen Garten!

Anerkanntes Nationaldenkmal ist das im eklektischen Stil erbaute Landhaus Princenoord, ebenfalls mit einem parkähnlichen Stadtgarten, sorgsam restauriert von Landschaftsgärtner Harry Pierik.

© Huize Druivelaar

© Huize Druivelaar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier in unmittelbarer Nähe, fast um die Ecke, liegt Huize Druivelaar, ein kleines, apartes Bed & Breakfast Ferienhaus für 2 Personen. Ursprünglich war es ein Hühnerstall mit einseitig angebautem Treibhaus. Heute, um genau zu sein, seit 2016 ist es (noch) absoluter Geheimtipp und beschauliches Kleinod mitten in der quirligen, kleinen Stadt.

© Huize Druivelaar

© Huize Druivelaar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keramikerin Brenda und Fotograf Florian van Roekel teilten sich jahrelang ein winziges Apartment in Amsterdam und träumten dort vom Leben und der Ruhe auf dem Land, und viel Platz für ihre Hobbys – Florian ist nämlich nebenbei passionierter Gärtner und Brenda beschäftigt sich u.a. mit Inneneinrichtung.

Die beiden waren also nicht gerade auf Anhieb begeistert, als sie mehr durch Zufall auf das rund 100 Jahre alte Anwesen stießen. Das Grundstück umfasste zwar großzügige 2600 qm, es befand sich aber mitten in der Stadt.

Als sie es nach einigen Umwegen dann schließlich doch besichtigten, war jedoch schnell klar, dass sie gefunden hatten, was sie suchten. Denn trotz der zentralen Lage, lag der ehemalige Bauernhof vollkommen versteckt – lediglich über einen 60 m langen Weg von der Straße aus zugänglich – inmitten von Grün und ländlicher Romantik mit Vogelgezwitscher, Bienensummen und Blätterrauschen.

Natürlich mussten sie das Anwesen erst einmal aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Das hat das kreative Paar aber in den vergangenen Jahren mit Enthusiasmus und viel Gespür für Architektur, Einrichtung und Gartenanlage gekonnt bewältigt. Das Ergebnis ist ein Refugium, das einerseits dank des historischen Glashauses wie aus der Zeit gefallen scheint, andererseits strahlt es helle Klarheit und eine zurückgenommene Schlichtheit aus, wie sie für den modernen Skandinavischen Wohnstil üblich ist.

Bei der Restaurierung haben sie besonderen Wert auf nachhaltige Materialien gelegt, die Raumaufteilung des ehemaligen Bauern- bzw. ihres heutigen Wohnhauses haben sie weitestgehend erhalten.

© Huize Druivelaar


Dass das Gästehaus einmal ein Hühnerstall war, davon ist jedoch heute nichts mehr zu bemerken.

Brenda und Florian haben hier eine wunderbare Balance zwischen luxuriösem wie komfortablem Wohngefühl im gemauerten Haus und dem historischen Ambiente im Eingangsbereich, dem Glashaus, geschaffen.

Das mit 36 Metern Seitenlänge sehr geräumige Glashaus ist jedoch sehr viel mehr als nur das Entrée, genau genommen ist es nämlich der Mittelpunkt dieses behaglichen Rückzugsortes, dem das Haus seinen Namen zu verdanken hat: Huize Druivelaar – Haus Weinrebe.

 

Hier ranken Weinstöcke an Holzbalken bis unter das Glasdach empor. Darunter lassen sich lauschige und entspannte Sommernachmittage im lichten Schatten der Weinblätter herrlich vertrödeln.

© Huize Druivelaar

© Huize Druivelaar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Fensterrahmen aus schwarzem Eisen erinnern an den momentan sehr angesagten Industrie-Stil und passen sich hervorragend dem historischen Aufbau des Treibhauses an.

Die Holzbalken vermitteln wohlige Wärme. Das Bad, dessen Wände ungefliest, lediglich schlicht und wasserfest verputzt sind, verfügt über modernsten Komfort.

Möbliert ist das Ganze sparsam, aber qualitativ hochwertig und geschmackvoll mit Design-Objekten, wie beispielsweise dem Schreibtisch Tray aus schwarz lackiertem Metall von House Doctor. Auf der Tischplatte sind drei Aufbewahrungsmodule scheinbar schwebend in verschiedenen Höhen befestigt. Diese setzen einen verspielten Akzent in das ansonsten kühle Design und so fällt es leicht, Ordnung zu halten.

Dazu kombiniert wurde der dank seiner komfortablen Breite ausgesprochen bequeme Drehstuhl Visu Wide von Mika Tolvanen. Die Sitzschale besteht aus Schichtholz, der Fuß – passend zum Tisch – aus Metall.

Einen spannenden Kontrast zum Industriedesign bildet die Tischleuchte Note im Retrolook aus goldfarbenem Aluminium und gelbem Glas, das ein angenehm warmes Licht spendet. Wie der Schreibtisch stammt sie von House Doctor, einem dänischen Unternehmen, das bei der Auswahl seiner Produkte und Lieferanten vorbildlich auf soziale Verantwortung und Umwelt setzt.

Die Brücke vom Industriedesign zur Natur schlägt in diesem Interieur schließlich die Tapete Adna vom belgischen Tapeten-Label Arte, das ebenfalls mithilfe umweltfreundlicher Verfahren absolut hohe Qualitäts- und Nachhaltigkeitsnormen einhält. Die Tapete Adna in warmen braun-beige Farbtönen verblüfft zudem mit einem besonderen Effekt. Die floralen Strukturen sind nicht einfach aufgedruckt, sie sind fühlbar erhaben auf die Oberfläche gebracht und wirken so, als wären sie echt. Alles in allem wurde hier Altes und Neues, Natur und technische Errungenschaft stilvoll und behutsam verbunden.

Man ahnt es schon, einmal hier „gestrandet“, muss man gar nicht mehr so schnell weiterreisen. Ganz automatisch macht sich ein Gefühl von Entschleunigung breit, und es werden allenfalls Pläne für Ausflüge in die unmittelbare Umgebung geschmiedet.

Vielleicht erst einmal einen kleinen Spaziergang durch den lauschigen Stadtgarten machen? Oder mit dem Fahrrad in die nahe Innenstadt auf einen Kaffee oder ein Glas Wein! Auf jeden Fall die Seele baumeln lassen, das Meer kann ruhig noch ein, zwei Tage warten …
Text: Sabine Krämer-Uhl

 

THE INTERIOR POST No-6


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