Manufakturen in Berlin …

Hüte_4789

© Ulla C. Binder, Berlin


… oder Sightseeing

der besonderen Art. 

Zum Beispiel stilvoll
gekleidet und gut behütet,
denn …

 »A great hat 
can change your day« … 

weiß die Hutdesignerin 
Fiona Bennett. Fiona, geboren
in Brighton, Großbritannien,
lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr
in Berlin. Auf die Frage, wie sie
denn auf Hüte gekommen sei,
erzählt sie …

»In England hatte ich eine sehr große Familie um mich herum, mit vielen wunderschönen Tanten, die wunderschöne Hüte trugen; dort gehörte es sowieso mehr zur Kultur. Der Hut war ein Kulturgut, mit dem sich jeder auskennt, kein Fremdkörper. Zum Beispiel war die Queen jeden Tag in der Zeitung abgebildet, so bespricht man eben die neuesten Hüte der Royals, das war ganz normal …«

Die natürliche Exzentrik und der Spieltrieb der Engländer, der Spaß und die Freude am Verkleiden trugen bestimmt auch mit dazu bei, dass Fiona Bennett schon als Kind eigentlich immer verkleidet war.

Berlin war bei ihrer Ankunft eine extrem graue Stadt und so war es ihr ein Bedürfnis, »hier ein bisschen Schönheit reinzuzaubern«. Schon als junges Mädchen entwickelte sich ihre Liebe zur Kunst, zu kleinen Objekten, Strukturen, Farben und Formen. Da einige ihrer Verwandten als bildende Künstler arbeiteten und auch nach Berlin gezogen waren, verbrachte sie viel Zeit in deren Ateliers und wusste schon sehr früh, dass sie plastisch arbeiten wollen würde.

Nach ihrer Ausbildung zur Modistin in Kreuzberg – in einem kleinen, alteingesessenen Traditionsbetrieb namens Pitschinsky – wurde sie 1988 selbstständige Hutkünstlerin und sorgte schon früh durch spektakuläre Inszenierungen ihrer Kunst am Kopf für Aufsehen.

Sie ließ Models in der Geisterbahn auftreten oder krönte die Musiker von Rammstein mit Feuerhüten. 1994 bis 1996 war sie von Vivienne Westwood berufene Lehrbeauftragte an der heutigen Universität der Künste Berlin. Sie entwarf Hüte für die Schauen von Wolfgang Joops Label Wunderkind, Couturehüte aus Porzellan für Villeroy & Boch, Hüte für Fotoproduktionen von Karl Lagerfeld, für die Welttournee Christina Aguileras im Jahr 2006 und für den Kinofilm »Burg Schreckenstein« 2015  – um nur ein paar ihrer Aktivitäten zu nennen.

2009 gründete sie mit Partnerin Emmy Urban die Zweitlinie »KISS by Fiona Bennett«. Viele nationale und internationale Berühmtheiten behüten inzwischen ihre Häupter mit Modellen von Fiona Bennett, darunter Brad Pitt, Katie Holmes, Ben Becker, Yoko Ono, Rufus Wainwright, Blixa Bargeld und Nadja Auermann.

2012 hat sie in der Potsdamer Straße ihren Raum gefunden und zusammen mit Partner Hans-Joachim Böhme ein Studio geschaffen, das seinen Besuchern nicht nur mit Hüten den Kopf verdreht. Hinter der Eingangstür wartet eine Welt in Weiß, Galerie und Erlebniswelt zugleich, hundert Quadratmeter groß, die Decke himmelhoch, der Boden ein Kunstwerk aus Holz. Dazwischen verführen Fiona Bennetts Kreationen. Ein Hutpalast.

Im anschließenden Show-Atelier kann der Besucher die Hutmacherinnen bei der Arbeit erleben. Am Fuße des bodentiefen Fensters zur Potsdamer Straße sind die Hutformen aus Holz gestapelt, an den Wänden stehen Regale und Kisten voll wunderbarer Stoffe und Accessoires, wie Federn, Bänder und Schleifen. Hier werden Hüte geformt, gekämmt und genäht, Federn gedreht und gelockt, Dekorationen modelliert und fixiert. Jedes Modell wird in reiner Handarbeit gefertigt. So »entstehen edle, einfache Modelle, die gut verarbeitet sind«, sagt Fiona Bennett über ihre Arbeit. Aber auch tragbare Skulpturen und Kunstobjekte finden sich hier. »Japaner und Amerikaner sind sehr mutig, die exzentrische Sachen gehen eher ins ferne Ausland, Italiener beispielsweise lieben eher die klassischen Modelle.«

Alle Modelle können übrigens in Wunschfarben hergestellt werden. Eine individuelle Anfertigung dauert zwischen zwei bis vier Wochen. Die Kunden erwartet eine erstklassige Beratung. Schon die großzügige Offenheit von Geschäft und Atelier sorgen für Lockerheit und Wohlfühlgarantie.

Hut ab! 

Paulines_Tipp1 - Kopie

Hut-Palast Fiona Bennett 
Fiona Bennett & Hans Böhme Gbr

Potsdamer Straße 81–83
10785 Berlin
www.fionabennett.de

 

Es gibt sie noch – und gibt sie wieder: kleine und feine Manufakturen, in denen Produkte aus erster Hand gefertigt werden. Ulla C. Binder hat eine feine Auswahl erlesener Manufakturen ausfindig gemacht – von der Bonbonmacherei über die Korsettmanufaktur, von der Senf- und Spirituosenmanufaktur zum Herrenschneider, Korbmacher oder der Parfümeurin. Entstanden sind nicht nur feinsinnige und liebevoll bebilderte Porträts der Manufakturen selbst; hinter den Kulissen verbergen sich auch die bemerkenswerten Lebensgeschichten ihrer Gründer.

 

Paulines_Tipp1 - Kopie


PAULINE hat den kompakten „Manufakturen-Finder“ auf jeder Reise in die Hauptstadt dabei und erlebt Sightseeing in Berlin auf diese Weise fernab der typischen Touristenattraktionen.

 

 

 

Manufakturen_CoverUlla C. Binder
Manufakturen
Handgemachtes aus Berlin
Nicolai Verlag
208 Seiten
90 farbige Abbildungen
Euro 19.95

Bestellen kann man das Buch
online hier >>> 

 

Dieser Beitrag wurde unter Life & Culture, Shopping, Städtereisen, World & Travel abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.