Tee mit Jane Austen …

… oder Dinner mit Mr Darcy?

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© Guido Jakobs

Fanny Price wird in Mansfield Park gleich zweimal durch Gebäck und Tee gerettet: In Portsmouth ist sie „Rebeccas Puddings und Frikasses“ nicht gewachsen und isst deshalb erst, als sie „abends ihre Brüder nach Keksen und Brötchen schicken kann“.

 

In Mansfield rettet eine „feierliche, von Badderly angeführte Prozession von Teetablett, Teekessel und Kuchenetagere“ sie vor Mr Crawfords unerwünschter Zuwendung, denn nun kann sie Lady Bertram Tee einschenken. 

Die Aussicht auf ein Dinner mit Mr Darcy lässt die Herzen sämtlicher Jane Austen Fans natürlich sofort höher schlagen, aber angesichts dieser Schilderung ist die gesellschaftliche Bedeutung eines  – wie früher üblich – nach dem Dinner eingenommenen Tees eben auch nicht zu unterschätzen, denn schließlich heißt nicht jede abendliche Begleitung Mr Darcy … 

PAULINE präsentiert darum hier Rezepte für eine kleine, feine Teezeremonie, ganz klassisch  mit Kuchen und Keksen – in jeder Hinsicht absolut unverfänglich …
Und das Dinner mit Mr Darcy?! Das kommt später, nach dem Tee, so wie es seit 1840
in Mode ist. 

Englische Muffins

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Callwey Verlag

Mr Woodhouse rügt Emma sanft, weil sie ihren Gästen die Muffins ein zweites (unbekömmliches) Mal angeboten hat. Auch in Stolz und Vorurteil und in Die Watsons werden beim Tee nach dem Dinner Muffins gereicht. Sie wurden nur außen getoastest, auseinander gebrochen, nicht etwa geschnitten, und mit reichlich Butter bestrichen.

Zutaten für 12 Stück
7 g Trockenhefe

1 TL Salz (nach Belieben; nicht im Originalrezept,
doch ohne Salz schmeckt
das Hefegebäck schnell fad)
450 g Mehl Type 550 und Mehl zum Arbeiten 
25 g Butter
280 ml Milch
1 Ei
Pflanzenöl oder Speck zum Braten

Zubereitung
1/ Hefe und Salz (nach Belieben) unters Mehl mischen. In die Mitte eine Mulde drücken. Die Butter in der Milch erwärmen und zerlassen. Das Ei verquirlen und in die Mulde geben, auch die Milch hineingießen. Das Mehl vom Rand her einkneten, bis ein Teig entsteht.
2/ Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche geschmeidig kneten. Dann in eine Schüssel
legen und, mit einem sauberen Tuch bedeckt, an einem warmen Ort ca. 45–60 Min. aufgehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche erneut gut durchkneten und ca. 1 cm dick ausrollen. Mit einer Ausstechform Kreise ausstechen und diese auf einem leicht bemehlten Blech an einem warmen Ort 30 Min. gehen lassen. Sehr wenig Öl oder Speck in einer Grillpfanne erhitzen, bei schwacher bis mittlerer Hitze die Muffins 8–10 Min. auf jeder Seite backen.  

Mrs Austens Pudding 

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Callwey Verlag

Mrs Austen trug dieses Rezept in Reimform in das Haushaltsbuch von Martha Lloyd (eine Freundin von Jane Austens, Anmerk. der Redaktion) ein. Wie Mrs Austen bemühten sich viele Kochbuchautoren jener Zeit, sparsam zu wirtschaften. Sie verwendeten daher häufig Reste und sammelten Rezepte, die altbackenes Brot oder Kuchen mit frischem oder getrocknetem Obst kombinierten.

Zutaten
475 ml Milch
1 Zeste von 1 unbehandelten Zitrone
(nach Belieben)
85 g Butter
225 g Brotkrümel vom Vortag
110 g extrafeiner Zucker und 2 TL Zucker
zum Bestreuen
170 g Johannisbeeren
¼ TL frisch geriebener Muskat oder
gemahlene Muskatblüte
5 Eier, verquirlt
Sahne, geschlagen, zum Servieren

Zubereitung
1/ Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
2/ Falls Sie Zitronenzeste verwenden, lassen Sie diese in einem Topf mit der Milch einige Minuten leicht köcheln. Dann die Zitronenzeste entfernen und die Butter in der Milch zerlassen.
3/ Die Brotkrümel in eine Schüssel geben und die Milch-Buttermischung über die Brotkrümel gießen. Alles ½ Std. stehen lassen, bis sich die Brotkrümel vollgesogen haben.
4/ Zucker, Johannisbeeren, Muskat oder Muskatblüte und die verquirlten Eier unterrühren. Die Masse in eine gefettete flache Tarteform füllen und mit 2 TL Zucker bestreuen.
5/ Den Pudding ca. 40–50 Min. im vorgeheizten Backofen backen.
6/ Mit geschlagener Sahne servieren.  

Arme Ritter

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Callwey Verlag

Diese Süßspeise, damals auch unter dem Namen „Arme Ritter von Windsor“ bekannt, hätte wohl selbst Sir Walter Elliot aus Kellynch Hall gemundet. Hannah Glasse verwendet dagegen die französische Bezeichnung „pain perdu“, heute wird sie aber auch als „French Toast“ bezeichnet. Manchmal wurde sie mit Wein zubereitet, doch auch mit etwas Rum oder Weinbrand eignet sie sich sehr gut als Dessert zum Nachtmahl.

Zutaten
4 Eier
200 ml Milch
frisch geriebener Muskat
2 TL Rum oder Weinbrand (nach Belieben)
100 g extrafeiner Zucker
8 Scheiben Brot vom Vortag oder Brioche,
entrindet und diagonal halbiert
125 g Butter

Zubereitung
1/ Den Backofen auf 110 °C vorheizen.
2/ Eier, Milch, Muskat, nach Belieben Rum oder Weinbrand und Zucker in einer Schüssel
schaumig schlagen, bis der Zucker aufgelöst ist.
3/ Die Mischung in eine flache Schüssel gießen. Die Brotscheiben nebeneinander hineinlegen, damit sie die Flüssigkeit aufsaugen können. Nach einigen Minuten die Brotscheiben wenden.
4/ Die Butter in einer Pfanne zerlassen und das Brot darin von beiden Seiten goldbraun braten. Die Scheiben nacheinander anbraten, die Pfanne nach jeder Portion auswischen und die gebratenen Scheiben im Backofen warmhalten.

Zum Servieren: John Nott empfiehlt, Butter mit Zucker und Rosenwasser zu erwärmen
und über das Brot zu gießen. Sehr gut passen dazu auch Beeren- oder Rhabarberkompott.

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Callwey Verlag

 

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Pen Vogler  

Dinner mit Mr Darcy
Köstlichkeiten aus Jane Austens Welt  
Callwey Verlag
geb., 160 S.  
Euro [D] 29.95 / [A] 30.80 / sFr. 40.90  

 

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